Berlin (dpa) –
Die Deutsche Eishockey Liga startet am Donnerstag (19.30 Uhr/MagentaSport) mit dem Spiel von Titelverteidiger Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers in ihre 33. Saison. Vor der Partie findet die Meisterbanner-Zeremonie zum zwölften DEL-Titel der Eisbären statt. Ein Freiluftspektakel wird es in der Liga dieses Mal nicht geben, dafür aber das große WM-Highlight auf Schalke. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen vor dem Start in die Saison.
Wie steht die Liga da?
Die Liga boomt. Jahr für Jahr gibt es Top-Werte bei den Zuschauerzahlen und den Umsätzen. Nach den Fußball-Profiligen ist die DEL die deutsche Sportliga mit den meisten Besuchern. In der vergangenen Saison kamen 3,21 Millionen Zuschauer in die Hallen. Der Gesamtumsatz stieg um drei Millionen Euro auf 198 Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll erstmals die 200-Millionen-Marke geknackt werden. «Ein schöner Anreiz», nannte es DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.
Was ist neu?
Die Krefeld Pinguine kehren wieder zurück. Das Team von Trainer Thomas Popiesch wird erstmals seit dem Abstieg 2022 wieder in der höchsten Spielklasse auf dem Eis stehen. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie eine gute Rolle spielen und mithalten können», erwartet Tripcke vom Rückkehrer. Krefeld ist DEL-Gründungsmitglied und sicherte sich 2003 den Titel. Dazu gibt es Euphorie rund um die Pinguine: Das erste DEL-Spiel am Freitag (19.30 Uhr/MagentaSport) gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ist ausverkauft. Dafür stiegen die Dresdner Eislöwen nach dem Aufstieg 2025 direkt wieder in die DEL2 ab.
Welche Höhepunkte gibt es?
Ein sogenanntes Winter-Game mit einem Spiel unter freiem Himmel in einem Fußballstadion findet in dieser Saison nicht statt. Der Grund: die Eishockey-WM mit dem Eröffnungsspiel in der Fußball-Arena auf Schalke. Rund 60.000 Fans werden erwartet. Die Heim-WM wird auch in der DEL-Saison immer wieder Thema in den Arenen sein. «Wir werden den Appetit auf WM steigern», versprach Tripcke. Zwei reguläre NHL-Partien zwischen den Ottawa Senators mit Deutschlands Top-Stürmer Tim Stützle und den Chicago Blackhawks am 18. und 20. Dezember in Düsseldorf sorgen für unterschiedliche Reaktionen. Die Eishockey-Fans freuen sich auf Top-Eishockey, die DEL sieht sich vor allem bei der Terminvergabe übergangen. «Sie haben ihre Spiele angekündigt, isoliert, ohne Rücksprache mit den Clubs, mit uns oder dem DEB», monierte Tripcke.
Wer sind die Favoriten?
Die Eisbären Berlin peilen den Titel-Rekord an. Noch nie konnte ein DEL-Team viermal in Serie die Meisterschaft gewinnen. Doch nach dem Hattrick folgte der Schock: Meistercoach Serge Aubin verließ den Club in Richtung Schweiz zum SC Bern. Nachfolger wurde etwas überraschend der 56 Jahre alte Kanadier Eric Dubois, zuvor Co-Trainer beim Liga-Rivalen ERC Ingolstadt. Trotz der Überlegenheit der Berliner in den vergangenen Jahren gilt der Hauptstadt-Club nicht unbedingt als klarer Favorit. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sah nur noch Straubings Coach Craig Woodcroft die Eisbären explizit als Favoriten Nummer eins. Die Adler Mannheim, in der vergangenen Finalserie mit 1:4 gegen Berlin unterlegen, werden von den DEL-Trainern mehrheitlich als heißesten Titelanwärter gesehen.
Neben dem EHC Red Bull München mit dem früheren NHL-Profi und Nationalspieler Dominik Kahun dürften auch die Kölner Haie mit Routinier Moritz Müller und dem neuen schwedischen Coach Thomas Berglund um den Titel mitspielen. In der Champions Hockey League konnten die Rheinländer mit den beiden Neuzugängen Marcel Noebels (Berlin) und Daniel Fischbuch (Iserlohn) bislang überzeugen.
Welche Rekorde können fallen?
Haie-Kapitän Müller fehlen mit 1.183 Spielen nur noch 18 DEL-Partien, um den Rekord von Kölns Clublegende Mirko Lüdemann (1.200 Partien) zu überbieten. Die Bestmarke kann er frühestens am 20. November beim Auswärtsspiel in München knacken.
Wer überträgt die Spiele?
MagentaSport überträgt wie in der Vergangenheit alle 364 Hauptrundenspiele sowie die Playoff-Partien live. Im Free-TV zeigt DF1 jeweils am Sonntag (16.30 Uhr) eine Begegnung live.