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Die DEB-Auswahl holte sich gegen Österreich einen knappen Sieg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Pavel Golovkin/AP/dpa)
Die DEB-Auswahl holte sich gegen Österreich einen knappen Sieg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Pavel Golovkin/AP/dpa)

DEB-Team müht sich zu WM-Arbeitssieg gegen Österreich

On Mai 20, 2023

Deutschlands Eishockey-Nationalteam hat mit dem zweiten Pflichtsieg binnen 24 Stunden bei der Weltmeisterschaft in Finnland und Lettland endgültig Kurs aufs Viertelfinale genommen.

Die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis gewann 4:2 (2:1, 1:0, 1:1) gegen Österreich und kann in den beiden ausstehenden Vorrundenpartien gegen die Außenseiter Ungarn und Frankreich den angestrebten erneuten Einzug unter die letzten Acht perfekt machen.

Einen Abend nach dem wichtigen 6:4 im Alles-oder-nichts-Spiel gegen den wohl schärfsten Konkurrenten Dänemark trafen in Tampere Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm (5./59. Minute), Parker Tuomie (17.) von den Straubing Tigers und Wojciech Stachowiak (34.) vom ERC Ingolstadt für das deutsche Team. «Ich denke, dass es heute nicht unser bestes Spiel war. Streckenweise gut gespielt, streckenweise haben wir es den Österreichern zu einfach gemacht», bilanzierte Kapitän Moritz Müller. Kreis stufte es bei Sport1 als ein «zähes Spiel» ein: «Österreich hat uns gezwungen, eine Art Eishockey zu spielen, die wir nicht bevorzugen», sagte der Coach.

Deutschland trotz des Sieges weiter unter Druck

Für Außenseiter Österreich waren Bernd Wolf (12.) vom HC Lugano und Lukas Haudum von KAC Klagenfurt (54.) erfolgreich. «Wir wussten, dass es kein einfaches Spiel sein wird. Wir haben die drei Punkte, das ist das Einzige, was zählt», kommentierte Torschütze Stachowiak bei MagentaSport den Arbeitssieg.

Für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes geht es am Sonntag (15.20 Uhr/Sport1 und MagentaSport) gegen Ungarn weiter. Dann ist der dritte Sieg in Serie Pflicht. Nach den unglücklichen Auftaktniederlagen gegen die Top-Teams Schweden (0:1), Finnland (3:4) und die USA (2:3) steht Deutschland weiter unter Druck, um das Minimalziel Viertelfinale zu erreichen. Indes scheint der Knoten nach dem wichtigen Sieg gegen die Dänen inzwischen geplatzt. «Natürlich hat das gestrige Spiel Selbstvertrauen gegeben», sagte NHL-Stürmer Sturm von den San Jose Sharks in der ersten Drittelpause bei Sport1.

Tatsächlich war der Auftritt gegen Österreich anfangs souveräner als gegen die Dänen. Sturm ging auch gegen die biederen und spielerisch schwachen Österreicher voran und erzielte mit einer sehenswerten Einzelaktion die erste deutsche 1:0-Führung bislang bei diesem Turnier.

Anders als am Donnerstag, als Deutschland angesichts des Drucks gegen die Dänen sehr nervös begonnen hatte, startete die DEB-Auswahl diesmal dominant. Ein schmerzhafter Schlagschuss setzte NHL-Verteidiger Moritz Seider dann nach gut zehn Minuten allerdings außer Gefecht. Der 22-Jährige von Detroit Red Wings taumelte vom Eis. Die folgende Unordnung in der deutschen Abwehr nutzten die Österreicher zum überraschenden Ausgleich, den Straubings Tuomie aus der bei der WM bislang auftrumpfenden vierten Sturmreihe aber zur erneuten deutschen Führung konterte.

Schwaches Mitteldrittel der DEB-Auswahl

Obwohl NHL-Stürmer Sturm in der ersten Drittelpause noch gewarnt und mehr Konsequenz angemahnt hatte, folgte indes ein ganz schwaches Mitteldrittel, in dem sich das deutsche Team unerklärlich schwertat. Es war erneut die erfrischende vierte Angriffsreihe, die dennoch für das beruhigende dritte Tor sorgte. Stachowiak vom Vizemeister Ingolstadt vollendete wieder nach einem Alleingang.

Auch im Schlussabschnitt bekamen die 7451 Zuschauer viel Krampf zu sehen, den Bundestrainer Kreis offenbar schon geahnt hatte. «Es ist immer eine gewisse Brisanz dabei», hatte Kreis schon vor dem Spiel bei MagentaSport gesagt. «Man darf nicht übermotiviert sein, man muss einen kühlen Kopf bewahren.» Immerhin das tat das deutsche Team nach dem Anschlusstreffer Österreichs sechs Minuten vor dem Ende und brachte den Arbeitssieg über die Zeit. Sturm machte mit seinem zweiten Treffer ins verwaiste Tor alles klar.

Carsten Lappe, dpa
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