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Emotionale Geste nach dem Sieg im Eishockey-Finale. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Peter Kneffel/dpa)
Emotionale Geste nach dem Sieg im Eishockey-Finale. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Peter Kneffel/dpa)

Dank Goalie: USA entreißen Kanadas NHL-Stars den Olympiasieg

On Februar 22, 2026

Auf den Tag genau 46 Jahre nach dem «Miracle on Ice» haben die Eishockey-Cracks der USA ihren dritten Olympiasieg emotional mit der Erinnerung an ihren gestorbenen Mitspieler Johnny Gaudreau gefeiert. Die Spieler hielten bei ihrer Jubelrunde auf dem Eis ein Trikot des früheren Nationalspielers mit der Nummer 13 in Höhe. Der NHL-Profi der Columbus Jackets mit dem Spitznamen «Johnny Hockey» war wie auch sein Bruder Matthew Ende August 2024 beim Radtraining durch einen Unfall ums Leben gekommen. Ein vermutlich unter Alkoholeinfluss stehender SUV-Fahrer hatte beide umgefahren.

In der Halle Santagiulia in Mailand hatte das US-Team am Schlusstag der Winterspiele kurz zuvor die Stars aus Kanada entzaubert. Durch das 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung dank eines überragenden Torhüters Connor Hellebuyck holten die von den meisten Zuschauern ausgepfiffenen US-Boys zum dritten Mal nach 1960 und 1980 Olympia-Gold. Top-Favorit Kanada ohne den verletzten Kapitän Sidney Crosby verlor damit erstmals ein Olympia-Finale gegen den großen Erzrivalen.

Entscheidung durch Jack Hughes

Schon das Frauenfinale hatten die USA gegen das Mutterland des Eishockeys gewonnen. Bronze bei den Männern gewann Finnland durch ein 6:1 am Vorabend gegen Deutschland-Bezwinger Slowakei. 

In der zweiten Minute der Overtime beendete Jack Hughes von den New Jersey Devils mit seinem Siegtreffer eine fast fünf Jahrzehnte währende Durststrecke für den Weltmeister. Vor 46 Jahren hatte eine US-Collegeauswahl in Lake Placid die damals übermächtig erscheinende Sowjetunion geschlagen und später Olympia-Gold gewonnen. In diesem Jahr war das US-Team mit etlichen NHL-Stars freilich deutlich besser besetzt. In der regulären Spielzeit hatten Matt Boldy (6. Minute) von Minnesota Wild für die USA und Cale Makar (39.) von Colorado Avalanche für Kanada getroffen. 

Kanada ohne Kapitän Crosby

Für die nordamerikanische Profiliga, die die weltbesten Spieler erstmals seit 2014 wieder für die Winterspiele freigegeben hatte, war es das perfekte Finale. Schon vor dem krönenden Abschluss war die große Rivalität beider Teams zelebriert worden. Einen Schönheitsfehler hatte das Finale allerdings: Kanadas Kapitän musste sich die Schmach von der Tribüne aus ansehen. Crosby, der Kanada 2010 in Vancouver zum Overtime-Sieg gegen die USA geführt hatte, hatte sich im Viertelfinale gegen Tschechien verletzt und bereits das Halbfinale gegen Finnland verpasst.

Am Samstag hatten die Kanadier nicht-öffentlich trainiert, um keinen Hinweis auf einen möglichen Finaleinsatz ihres Kapitäns zu geben. Optimistische Aussagen im Vorfeld des Endspiels erwiesen sich als Bluff. In Abwesenheit verpasste die kanadische Ikone seine dritte Goldmedaille nach 2010 und 2014. Ein sowjetisches Sextett um den legendären Torhüter Wladislaw Tretjak bleibt in dieser Wertung führend. 

US-Keeper Hellebuyck überragend

Ohne Crosby tat sich Kanada schwer. Zwar schossen die Stars um Aushilfskapitän Connor McDavid immer wieder aufs Tor, dort glänzte aber der aktuell beste Keeper der Welt, Hellebuyck von den Winnipeg Jets. Die US-Boys waren wesentlich effizienter. Ein feiner Alleingang Boldys, der dabei Colorados Abwehrspieler Devon Toews narrte, brachte die Führung. Im Mittelabschnitt wurde das Traumfinale der NHL-Stars noch rasanter. Kanada schaffte es gegen das leidenschaftlich verteidigende US-Team auch in doppelter Überzahl nicht zum Ausgleich. 

Zwar gelang Makar kurz vor der zweiten Drittelpause der Ausgleich, doch im Schlussdrittel trieb Hellebuyck die Kanadier mit teils unwirklichen Paraden in den Wahnsinn. Das rasante Duell ging in die Verlängerung, wo Jack Hughes zum US-Sieg traf. 

Bitter war die Finalpleite insbesondere für Leon Draisaitls Kumpel McDavid. Der 29 Jahre alte Superstar Kanadas gilt als bester Spieler der Welt, trotz seines 2016 errungenen WM-Titels in Nordamerika aber auch als ewiger Zweiter. Mit den Edmonton Oilers verlor er seitdem bereits zwei Finalserien um den Stanley Cup.

Nun muss der Olympia-Topscorer mit der erneuten Schmach leben. Da hilft auch sein in Mailand aufgestellter Olympia-Rekord nichts: Noch nie zuvor hat ein Spieler in einem Olympia-Turnier 13 Punkte gesammelt. Ausgerechnet im Finale versagten ihm die Nerven. Im zweiten Drittel vergab er alleine auf Hellebuyck zufahrend den Ausgleich.

Von Carsten Lappe, dpa
In News Olympisches Eishockey-FinaleIn Eishockey , International , Italien , Kanada , Olympia , Olympische Winterspiele , USA

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